Mit BSW-Abwärme in Straßburg heizen

Die Abwärme der Badischen Stahlwerke im Kehler Hafen soll auch in Straßburg genutzt werden. Dafür muss eine Leitung unter dem Rhein gebaut werden, bis zum Winter 2025/2026 soll das Projekt fertig sein. Das Land beteiligt sich daran.

Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Ende 2021 gegründeten deutsch-französischen Wärmegesellschaft „Calorie Kehl-Strasbourg“ (CKS), mit der die Abwärme der Badischen Stahlwerke (BSW) im Kehler Hafen künftig grenzüberschreitend genutzt werden soll. Konkret geht es darum, die Abwärme von Kehl nach Straßburg zu leiten. Dabei handelt es sich um die erste länderübergreifende Gesellschaft unter baden-württembergischer Beteiligung. Sich als Land an der CKS zu beteiligen, gehe auf einen Beschluss des Ministerrats zurück, schreibt das Landesumweltministerium in einer Pressemitteilung.

Die Wärme, die in den BSW in Kehl erzeugt wird, soll in Zukunft nicht nur für die Stahlproduktion dienen, sondern auch über die Landesgrenze hinweg in die Fernwärmenetze von Straßburg eingespeist werden. Zu einem kleinen Teil werde auch Kehl bedient. „Auf diese Weise können fossile Energiequellen ersetzt und die Fernwärmeversorgung klimaneutraler gestaltet werden. In der ersten Ausbaustufe können bis zu 80 Gigawattstunden Wärme bereitgestellt werden – genug um rund 7000 Haushalte zu versorgen“, heißt es weiter.

CO 2-Einsparungen

Etwa 20 000 Tonnen CO 2 pro Jahr würden dadurch vermieden. Die 4,5 Kilometer lange Trasse, inklusive der geplanten Unterquerung des Rheins, soll bis zur Heizperiode im Winter 2025/2026 fertiggestellt werden. Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, betonte am Freitag in Stuttgart: „Die Klimakrise kennt keine Landesgrenzen. Es drängt sich förmlich auf, Potenziale auch grenzüberschreitend zu heben, um klimaschädliche CO 2-Emissionen einsparen zu können. Die Abwärme aus den Badischen Stahlwerken auf beiden Seiten des Rheins zu nutzen ist ein herausragendes Projekt für den Klimaschutz und insbesondere für die Wärmewende.“ Beteiligt sind an der CKS neben dem Land Baden-Württemberg und den BSW auch die Euromtropole Straßburg, die Région Grand Est, der Caissede Dépôts et Consignations und die Stadt Kehl.

Zweck der Gesellschaft französischen Rechts sind Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Instandhaltung einer Wärmetransportleitung, einschließlich des Erwerbs und der Weiterveräußerung der Abwärme der Stahlwerke. Das Land beteiligt sich mit 12,75 Prozent an der CKS und wirkt damit am Ausbau und der künftig stärkeren Nutzung von klimaneutraler Wärme in Straßburg und Kehl mit, heißt es in der Pressemitteilung. Die Stadt Kehl beteiligt sich ebenfalls mit 12,75 Prozent, dem hatte der Kehler Gemeinderat zugestimmt. Sobald es die Corona- Situation erlaubt, soll die Gründung der CKS mit einem offiziellen grenzüberschreitenden Akt gewürdigt werden, teilt die Stadt Kehl mit.

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